Evita soll Spitalaufenthalte verhindern

In der Schweiz leiden rund 400'000 Menschen an der chronischen Lungenkrankheit COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). COPD engt die Atemwege langsam ein und kann zu starker Atemnot und schlechter Lebensqualität führen. Die Betroffenen müssen Ihren Gesundheitszustand regelmässig von ihrem Arzt beurteilen lassen.

Die Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des Kantonsspitals St. Gallen geht dabei seit kurzem innovative Wege. Sie testet den Einsatz von Evita für die Überwachung des Zustandes von COPD-Patienten. Rund 50 Betroffene beantworten aktuell bei sich zu Hause übers Handy oder Tablet täglich Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand. Sie hinterlegen in Ihrem Evita-Dossier unter anderem Informationen dazu, ob sie am jeweiligen Tag häufiger husten oder schwerer atmen als sonst.

Beim Studienteam am Kantonsspital St. Gallen laufen alle diese Informationen in Echtzeit zusammen. Weist ein Patient besorgniserregende Werte auf, wird er umgehend vom Studienteam kontaktiert. Sie stellen ihm weitere Fragen zu seiner Verfassung und beraten ihn telefonisch. Das Ziel: Die Betroffenen werden rasch und bei sich zu Hause versorgt. Notfallmässige Spitalaufenthalte könnten dadurch vermieden werden – zum Wohl der Patienten und zur Vermeidung von Kosten.

Die Pilotstudie, welche die Machbarkeit und Patientenakzeptanz untersucht, läuft noch bis Ende 2015. Im direkten Anschluss beginnt eine internationale Interventionsstudie. Sie wird untersuchen, ob COPD-Patienten dank Telemedizin/Evita seltener hospitalisiert werden müssen. „Wenn sich das Heim-Monitoring für die Betroffenen bewährt und Hospitalisationen durch eine Früherkennung von akuten Verschlechterungen verringert werden können, ist eine Ausdehnung des Einsatzes von Evita für solche Zwecke geplant“, sagt Dr. med. Frank Rassouli, Oberarzt in der Pneumologie im Kantonsspital St. Gallen.

 

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